Die Antwort darauf ist vielseitig: medizinisches Fachwissen, praktische Fertigkeiten, körperliche und mentale Belastbarkeit, Teamfähigkeit und das Verständnis der humanitären Grundsätze des Roten Kreuzes. All diese Kompetenzen stehen im Zentrum der Grundausbildung des Rotkreuzdienstes. 2026 wurde die Ausbildung in einem neuen, kompakten Modell durchgeführt. Während vier intensiven Ausbildungswochen erhielten die AdRKD einen umfassenden Einblick in ihre künftigen Aufgaben und wurden Schritt für Schritt auf mögliche Einsätze im Rotkreuzdienst vorbereitet.
Von der medizinischen Praxis bis zur Methodik
Die erste Ausbildungswoche stand ganz im Zeichen der medizinischen Behandlungspflege und der Vermittlung von praktischem und theoretischem Wissen.
Im medizinischen Bereich beschäftigten sich die Teilnehmenden unter anderem mit Verbandswechseln, Hygiene und Unfallprävention. Dabei ging es nicht nur darum, einzelne Handgriffe zu erlernen, sondern auch darum, medizinische Tätigkeiten sicher, strukturiert und professionell auszuführen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Methodik und Didaktik. Die AdRKD lernten, wie Unterricht vorbereitet und durchgeführt wird und wie Wissen verständlich und zielgerichtet vermittelt werden kann. Ergänzt wurde die Woche durch sportliche Aktivitäten, denn auch körperliche Leistungsfähigkeit gehört zu den Anforderungen an einen Einsatz im Rotkreuzdienst.
Militärische Grundausbildung und lebensrettende Massnahmen
In der zweiten Woche rückten militärische Themen in den Vordergrund. Die allgemeine Grundausbildung vermittelte wichtige Grundlagen für den Alltag und mögliche Einsätze im militärischen Umfeld. Ein besonderer Fokus lag auf der Gesunderhaltung und Lebensrettung. Die AdRKDs vertieften ihre Kenntnisse in Basic Life Support und lernten, wie sie in medizinischen Notfallsituationen rasch und gezielt handeln können.
Auch Tactical Combat Casualty Care (TCCC) war Bestandteil der Ausbildung. Dabei wird die Versorgung von Verletzten unter den besonderen Bedingungen eines Einsatzes betrachtet. Ergänzend dazu standen die Verbandsausbildung sowie die ABC-Schutzausbildung auf dem Programm.
Die verschiedenen Ausbildungsinhalte machten deutlich: Im Einsatz müssen medizinische Kompetenz, Selbstschutz und situatives Handeln zusammenspielen.
Medizinische Kompetenzen vertiefen
In der dritten Woche vertieften die Teilnehmenden ihre medizinischen Kompetenzen. Dazu gehörten unter anderem venöse Zugänge, Punktionen sowie invasive Injektions- und Infusionstechniken.
Ein weiterer Ausbildungstag führte die Gruppe zur Armeeapotheke in Bern. Dort erhielten die AdRKDs Einblicke in einen weiteren Bereich, der für die medizinische Versorgung im militärischen Umfeld von Bedeutung ist.
Ab der Wochenmitte rückte die finale Übung in den Mittelpunkt. Neben dem Biwakieren standen verschiedene medizinische Prüfungen an. Das Finale bot damit die Möglichkeit, das während der Ausbildung erworbene Wissen und die praktischen Fertigkeiten unter Beweis zu stellen. Die Prüfungen waren ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Abschluss der Grundausbildung – und zugleich eine Gelegenheit, das Gelernte nochmals unter anspruchsvollen Bedingungen anzuwenden.
Humanitäre Werte als Fundament
Die vierte und letzte Ausbildungswoche führte die AdRKDs zum Schweizerischen Roten Kreuz in Wabern. Die sogenannte SRK-Woche setzte einen bewussten Schwerpunkt auf die Werte und Grundsätze der Rotkreuzbewegung. Denn die Tätigkeit im Rotkreuzdienst besteht nicht allein aus medizinischen und militärischen Kompetenzen. Ebenso wichtig ist das Verständnis dafür, warum und auf welcher Grundlage der Rotkreuzdienst handelt.
Die AdRKDs beschäftigten sich deshalb mit der Geschichte der Rotkreuzbewegung, mit Humanität und dem humanitären Völkerrecht sowie mit der transkulturellen Kompetenz. Gerade im Kontakt mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen und sozialen Kontexten ist ein respektvoller und situationsgerechter Umgang zentral. Auch die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten im Rotkreuzdienst wurden thematisiert. Die AdRKD erhielten damit einen umfassenden Einblick in die möglichen Aufgaben und Tätigkeitsfelder, die sie nach ihrer Ausbildung erwarten.
Die SRK-Woche verband damit fachliches Wissen mit der Frage, welche Haltung hinter dem Engagement im Rotkreuzdienst steht: Menschen in herausfordernden Situationen professionell, respektvoll und nach den sieben Rotkreuzgrundsätzen zu unterstützen.
Eine intensive Ausbildungszeit geht zu Ende
Nach vier intensiven Ausbildungswochen stand schliesslich ein besonderer Moment bevor: die Brevetierung der neuen Gefreiten RKD.
Die Brevetierung markiert den Abschluss einer anspruchsvollen Ausbildungszeit und gleichzeitig den Beginn eines neuen Abschnitts. In den vergangenen Wochen haben die AdRKDs nicht nur zahlreiche medizinische und militärische Fertigkeiten erworben. Sie haben auch gelernt, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu handeln und sich auf unterschiedliche Einsatzsituationen einzustellen.
Der feierliche Abschluss in Wabern war deshalb mehr als eine formelle Zeremonie. Er war ein Moment des Stolzes und der Anerkennung für die geleistete Arbeit. In persönlichen Ansprachen blickten die frisch brevetierten Gefreiten RKD auf ihre Ausbildungszeit zurück und teilten ihre Gedanken und Erfahrungen. Dabei wurde spürbar, wie viel diese Wochen bewegt haben – fachlich, persönlich und als Gruppe.
Bereit für den nächsten Schritt
Mit der Brevetierung endet die Grundausbildung – das Lernen und die Weiterentwicklung gehen jedoch weiter. Die erworbenen Kompetenzen bilden die Grundlage für die weitere Tätigkeit als AdRKD.
Die Grundausbildung 2026 hat dabei gezeigt, wie vielfältig die Anforderungen an die AdRKD sind: medizinisches Können, militärische Grundlagen, körperliche Belastbarkeit, methodische Fähigkeiten, Teamarbeit und humanitäre Haltung gehören zusammen. Genau diese Verbindung macht den Rotkreuzdienst aus.
Wir gratulieren allen neu brevetierten Gefreiten RKD herzlich und wünschen ihnen für ihren weiteren Weg im Rotkreuzdienst viel Erfolg, spannende Erfahrungen und vor allem die Gewissheit, mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag zu leisten.